Werner Mauss in der Internationalen Presse  

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RAF-Terrorist Rolf Pohle in Athen in die Falle gelockt

Wochenspiegel  08.07.1998 


Mario Zender  

 

Nachdem Mauss in Aktion getreten war klickten nach 20 Tagen die Handschellen / Großangelegte Polizeiaktion in Athen

 

Cochem-Zell. Bei einer für die Polizei erfolgreichsten Fahndungen im Bezug auf die Rote-Armee-Fraktion (RAF), spielte auch der Hunsrücker Agent Werner Mauss eine bedeutende, wenn nicht die bedeutendste Rolle. Den Auftrag zur Terroristenjagd erhält Geheimagent Werner Mauss im Jahre 1976 vom Bundeskriminalamt (BKA) und dem Landeskriminalamt Bayern.

Nachdem die Entführer des Berliner CDU-Vorsitzenden Peter Lorenz zuvor fünf Gefangene aus dem Umfeld der RAF freigepresst hatten, die mit einer Lufthansa-Maschine in den Jemen geflogen wurden, erhält Mauss einen Hinweis, dass sich einer der freigepressten RAF-Mitglieder, nämlich Rolf Pohle, in Mykonos/Griechenland aufhalten soll.

Pohle der für den RAF-Mord an dem Berliner Landgerichtspräsidenten Drenkmann die Tatwaffe besorgt hatte, galt als besonders gefährlich. Damals verfügt Mauss noch über ein Privatflugzeug (Cessna 210), das er für seine internationalen Einsätze benötigt. „Ich flog sofort nach Griechenland“, so Mauss. Der heute 58jährige Agent mit dem Spitznamen „M“ verfolgt die Hinweise und es gelingt ihm schließlich, eine wage Spur des RAF-Terroristen Pohle zu finden. „Wir verfolgten die Spur kreuz und quer über die griechischen Inseln, hatten schließlich schließlich einen ersten Erfolg“.
Mauss wusste zu dieser Zeit, dass sich Pohle in Athen aufhalten muss. Der Hunsrücker startet eine Rasterfahndung, zu damaliger Zeit war diese Fahndungsmethode noch völlig unbekannt. Heute werden sämtliche Schwerverbrecher, wie etwa der Reemtsma-Entführer Thomas Drach, so aufgespürt. Werner Mauss: „Wir wussten, dass Pohle jeden Tag in Griechenland die Süddeutsche Zeitung (SZ) kauft“, so Mauss. Der Grund für die Leseleidenschaft lag nach Angaben von Mauss darin, dass sich die RAF-Mitglieder über dort geschaltete verschlüsselte Anzeigentexte untereinander verständigten. „Ich ermittelte, an wie vielen Verkaufsstellen die SZ in Athen zu haben war. Es waren 75“.

Die Sonderkommission der Kripo München stellte Mauss umfangreiche Fahndungsunterlagen zur Verfügung sowie über 100 Fotoabzüge des gesuchten. Danach stellte Mauss dem Polizeipräsidenten von Athen seinen Plan zur Verhaftung des gesuchten RAF-Terroristen vor, wofür er rund 200 Polizeibeamte benötigte. „Nach einem ersten Schreck wegen dieses Großeinsatzes stimmten die Polizeichefs dann doch zu, nachdem ich ihnen erläutert hatte, das der ganze Einsatz lediglich eineinhalb Stunden dauern würde“.

Entsprechend dieses Planes wurden dann rund 200 Polizeibeamte in Zivil an allen Zeitungskiosken postiert. Werner Mauss: „Es dauerte keine 15 Minuten nach der Auslieferung der Zeitungen, bis Pohle an einem Zeitungsstand in der Altstadt auftauchte. Er wurde sofort festgenommen, war völlig überrascht und leistete keine Gegenwehr“.

Der Erfolg von Athen und die Methode, wie Mauss den Terroristen in die Falle lockt, war der Beginn der sogenannten Rasterfahndung.

 

„Durch diesen Fahndungserfolg wurde beim Bundeskriminalamt die Rasterfahndung von dem damaligen Präsidenten Dr. Horst Herold eingeführt“.

Der RAF-Terrorist Pohle wird später zu einer lebenslangen Haftstrafe in Deutschland verurteilt, vor zwei Monaten wurde er vom Bundespräsidenten Roman Herzog begnadigt und auf Bewährung aus der Haft entlassen. Für solche Einsätze und die Arbeit von Mauss im Untergrund musste der Agent, wie er im Gespräch erläutert, ein großes Informantennetz von V-Leuten aufbauen und zahlreiche konspirative Wohnungen anmieten.

So unterhielt Mauss nach Wochenspiegel-Recherchen in München, Frankfurt, Hannover und Berlin ständig vom BKA genehmigte Wohnungen. Gemeldet war er dort unter jeweils anderen Identitäten, die er von den verschiedenen Dienststellen ob Verfassungsschutz oder Bundeskriminalamt, erhielt. Dazu kamen die entsprechend genehmigten Tarnkennzeichen für verschiedene Autos, die Agent Mauss für seine Undercover-Einsätze benötigte.




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