Werner Mauss in der Internationalen Presse  

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Frankfurter Allgemeine Zeitung

vom 21. Februar 1998


Die Berichterstattung dieses Artikels basiert auf der Nachrichtenlage zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.


Am 20. Mai 1998 wurde das Ehepaar Mauss in allen Anklagepunkten von der kolumbianischen Justiz rechtskräftig frei gesprochen.


Nach 18-monatigen Ermittlungen durch den Fiscal General de la Nación und den Procurador General - Staatsanwalt

u. a. gegen Behördenkriminalität - wurde richterlich festgestellt, dass das Ehepaar zu keinem Zeitpunkt während seiner Einsätze bzw. Aufenthalte seit 1984 in Kolumbien gegen das nationale Recht verstoßen hat.

Laut Urteil war die Inhaftierung und die neunmonatige Untersuchungshaft ab November 1996 rechtswidrig. Wie festgestellt, basierte sie auf der Grundlage von Intrigen der Firma Control Risks und der kolumbianischen Polizeibehörde - Gaula Medellin - welche nach Festnahme Strafgefangene manipulierte und zu Falschaussagen gegen das Ehepaar genötigt hatte. Diese gefälschten Beweismittel wurden später richtig gestellt und zurück gezogen. Auszug aus freisprechendem Urteil [Link]

Von 1995 bis zur Festnahme 1996 führte das Ehepaar Mauss eine Friedensmission im Einvernehmen mit dem deutschen Kanzleramt durch.


Die Bundesregierung bestätigte dies in einer Regierungserklärung Anfang 1997, die sie zusammen mit einer Verbalnote (Nota No.:022/97) ausgestellt am 25. Januar 1997 durch den deutschen Botschafter in Bogotá der kolumbianischen Regierung, dem Fiscal General de la Nación und dem Generalstaatsanwalt von Antioquia übergeben ließ.


Siehe auch Brief vom 22. Mai 2001 an westliche Regierung, geschrieben vom damaligen Staatsminister im Bundeskanzleramt und Koordinator der deutschen Nachrichtendienste,
Herrn Bernd Schmidbauer, MdB,
[Link]
sowie:

Anerkennungsschreiben vom 22. November 2005 an Werner Mauss, des zur fraglichen Zeit amtierenden kolumbianischen Staatspräsidenten Ernesto Samper[Link]




In Kolumbien regionale Gespräche akzeptiert;

Die Rolle Deutschlands

miz. BOGOTA, 21. Februar.
Obwohl es in den vergangenen Wochen in mehreren Teilen des Landes wiederholt zu schweren militärischen Auseinandersetzungen zwischen den kolumbianischen Streitkräften und den zwei großen Guerrillabewegungen gekommen ist, deuten sich langsame Fortschritte bei den Verhandlungen zwischen der Regierung in Bogota und dem Ejército Nacional de Liberación (ELN) sowie den Fuerzas Armadas Revolucionarias de Colombia (FARC) an. Die Gespräche mit der Führung des ELN, der radikalsten linken Guerrillagruppe, galten in der Vergangenheit als eine der größten Hürden im Friedensprozeß von Kolumbien, wo seit mehr als 30 Jahren Bürgerkrieg herrscht.

Zwar konnten sich die Vertreter des sogenannten Friedenskomitees, Garcia Peña und Noé Ríos, und die Vertreter des Zentralkommandos des ELN und der FARC weder auf einen Zeitplan noch auf die Bedingungen für umfassende Verhandlungen einigen, doch die Ankündigung, die Regierung sei bereit, künftige Dialoge „auf regionaler Ebene zu führen", hat zu gedämpftem Optimismus geführt.

In „einzelnen Fällen" könnten nach dem jetzt vorgelegten Vorschlag der Regierung, der auch von der Guerrilla weitgehend befürwortet werden soll, direkte Verhandlungen zwischen Kommandeuren der regionalen Guerrillafronten und Repräsentanten der Provinzgouverneure geführt werden. Allerdings nimmt sich die Regierung unter Präsident Samper das Recht heraus, von „Fall zu Fall" solche Regionalgespräche zu prüfen und gegebenenfalls einen auf Zeit beschränkten Verhandlungsauftrag zu vergeben, heißt es in der kolumbianischen Hauptstadt. Trotz dieser Fortschritte sind derzeit die Aussichten auf eine Beendigung des langen Konflikts in Kolumbien, an dem neben der Regierung, der Armee und der Guerrilia auch die Rauschgiftkartelle, Hunderte von paramilitärischen Gruppen und viele gewalttätige, landesweit operierende Mafiaorganisationen beteiligt sind, gering.


Unterdessen ist die deutsche Beteiligen im Friedensprozeß in dem lateinamerikanischen Land abermals ins Gespräch gekommen. Bundestagsvizepräsident Klose (SPD) hatte Ende Januar nach einer Reise durch mehrere Städte Kolumbiens gesagt, Deutschland habe ein „großes Interesse an einer Befriedung Kolumbiens". Wenn dies (die deutsche Vermittlung) von kolumbianischer Seite gewünscht werde, könne Deutschland aktiv werden, sagte Klose. Vor kurzem sind Informationen bekannt geworden über die Friedensvorschläge der ELN-Guerrilla von denen auch Klose während seines Aufenthalts in Kolumbien unterrichtet worden war. Deutschland hatte die Vermittlungsbemühungen zwischen der Regierung und des ELN vor mehr als einem halben Jahr eingestellt, als die Voraussetzungen für die Fortführung der Verhandlungen nach Ansicht Bonns nicht mehr gegeben waren. Zu den Punkten, die im Verlauf der vergangenen Woche auf dem nationalen Kongreß des ELN ausgearbeitet worden waren und vor kurzem in Medellin vorgetragen wurden (das Dokument liegt einer für Menschenrechte eintretenden Behörde der Zentralregierung vor), gehören die Anerkennung des ELN als eine politische Kraft und der Vorschlag, daß Deutschland als offizieller Vermittler eingesetzt werde.

Das ELN sei bereit, so heißt es im Dokument, in Bonn einen umfassenden Waffenstillstand mit der kolumbianischen Regierung zu unterzeichnen - mit Deutschland als einzigem Schlichter.



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