Werner Mauss in der Internationalen Presse  

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Ins VW Werk

Wochenspiegel 24.06.1998

Mario Zender


„Wir stiegen durch Kabelschächte ins VW-Werk ein“


Wie der Hunsrücker Agent eine Fälscherbande unterwanderte und dadurch einen möglichen Anschlag auf das VW-Werk verhinderte

 

Kreis. Das Leben eines Agenten, mal in tödlicher Gefahr, mal in geheimer Mission. Werner Mauss, Deutschlands bekanntester Geheimagent hat nach eigenen Angaben über 1.500 Schwerverbrecher hinter Gitter gebracht. 1973 wurde Geheimagent Werner Mauss vom LKA Niedersachsen und dem Verfassungsschutz gebeten, eine kriminelle Vereinigung zu unterwandern.


Hintergrund: Einer Gang von Schwerkriminellen war es gelungen, in einer Fälscherwerkstatt den Generalschlüssel des VW-Werkes in Wolfsburg nachzuarbeiten.

Die Kriminellen standen mit Terroristen der Roten Armee-Fraktion (RAF) in Kontakt, in deren Auftrag die Fälscherbande den Nachschlüssel hergestellt hatte. Diese verfolgten die Absicht, so hatte es der Verfassungsschutz damals erfahren, einen Sprengstoffanschlag auf die Computerzentrale des VW-Konzerns zu verüben. Superagent Werner Mauss wurde vom Verfassungsschutz und dem LKA Niedersachsen beauftragt, die kriminelle Vereinigung (§ 129 STGB) zu unterwandern. Der heute 58jährige Mauss verstand es, durch eine Legende und unter einem Decknamen, den Kontakt zu den Fälschern herzustellen. Der Hunsrücker staunte nicht schlecht, als er die Fälscherwerkstatt in Braunschweig das erste Mal sah. „Die hatten eine professionelle Werkstatt mit Schießanlage, neben falschen Ausweisen wurden dort auch Waffen und Schalldämpfer hergestellt.“ Die Gangster hatten seinerzeit Komplizen im VW-Werk, die ihnen ermöglichten, den Generalschlüssel des Konzerns auszumessen und mit diesen Informationen dann den Nachschlüssel herzustellen. Nach einigen Gesprächen ließ sich Mauss von den Gangstern den Nachschlüssel demonstrieren. In einer nächtlichen Aktion stieg Mauss mit den Gangstern in das VW-Werk ein, der nachgearbeitete Generalschlüssel öffnete, im „wahrsten Sinne des Wortes alle Türen“.

„Wir konnten sogar durch die Türen des Kabelschachtes bis ins Büro des Generaldirektors vordringen“. Nachdem sich Mauss sicher war, dass der Schlüssel passte und welche Gefahr von den Gangstern ausging, ließ er die Fälscherwerkstatt „hochgehen“. „Zeitgleich wurden in einer Polizeiaktion, in Zusammenarbeit mit einem Sonderstaatsanwalt über 20 Schwerkriminelle festgenommen und der nachgearbeitete Generalschlüssel sichergestellt“. Bei anschließenden Durchsuchungsaktionen und Vernehmungen konnten auch noch zahlreiche Straftaten (Verstoß gegen das Waffengesetz, Falschgeld sowie zahlreiche Einbrüche), die auf das Konto der Fälscher gingen, aufgeklärt werden.


Der Fall war gelöst, ein Triumph für den Hunsrücker Geheimagenten Werner Mauss. Wie der heute 58jährige den Kontakt der Einbrechergang herstellte, darüber schweigt der 58jährige. „Ein guter Koch gibt auch nicht seine Rezepte preis“, schmunzelt er. Der VW-Konzern in Wolfsburg zeigte sich nach der Verhaftung übrigens erleichtert, denn durch einen Anschlag auf die Computerzentrale, wie ihn die Terroristen geplant hatten, hätte die komplette Autoproduktion von VW weltweit lahm gelegt werden können.

 

Der Einsatz des Geheimagenten Werner Mauss wurde von Bundeskriminalamt danach übrigens geheim gehalten. Das VW-Werk hatte damals nicht erfahren, wer den Kontakt zu den Fälschern hergestellt hatte. Erst Jahre später drang an die Öffentlichkeit, dass auch hier die Institution „M“, wie Mauss beim BKA genannt wurde, im Einsatz war.
 

Mit freundlicher Genehmigung des Wochenspiegel SW Verlages
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